6. Dark Storm Festival 2002 - 25. Dezember 2002 - Kraftwerk - Chemnitz

Ab 17. 30 Uhr beschallten ZERAPHINE den Hauptsaal, während die meisten noch mit Jacke abgeben oder Neuigkeiten austauschen beschäftigt waren. So hatte die Band nicht nur mit relativ wenigen Zuhörern zu kämpfen, sondern auch mit der Technik. Doch dieses Problem löste sich schnell, und angelockt von guter Musik fanden dann doch die meisten den Weg zur Bühne und brachten den Leuten auf der Bühne angemessenen Applaus entgegen.

Nach wirklich sehr kurzer Umbaupause, hierfür ein Lob für die Techniker und Roadies, erschien dann UNHEILIG. Er versetzte die Zuhörer mit düsteren Weihnachtsliedern und den bekannten Klassikern in die richtige Partystimmung. Kein Wunder also, dass niemand mehr stillstand und mitfeierte. Denn krönenden Abschluss bildete die „Grufit“ Version von Süßer die Glocken nie klingen. Ist doch mal ne gute Alternative zu den traditionellen Weisen dieses Weihnachtsliedes.

Noch dichter wurden die Reihen im Anschluss bei der Formation LETZE INSTANZ. Wer diese Band schon einmal live erlebt hat, wusste, dass es diese Band wirklich versteht, sein Publikum mitzureißen. Vom ersten Song an tanzte, hüpfte oder wippte jeder im Takt mit oder bewunderte fasziniert die Derwische an der Geige und dem Cello. Ob altbekannte Lieder oder neues Material, alles wurde begeistert aufgenommen und mit gebührend Applaus gefeiert.

Denjenigen, die sich bereits bei der letzten Instanz verausgabt hatten und schnell ihren Flüssigkeitshaushalt wieder ins Lot brachten, war nur eine kurze Verschnaufpause gegönnt. Nach längerer Bühnenabstinenz erschienen aus dem Nebel OOMPH!. Als einer der Top Acts auf Festivalbühnen bewiesen sie sogleich, dass sie diesem Lob auch gerecht werden und verwandelten den Saal in einen riesigen Hexenkessel. Auch die Band war von der Begeisterung der Zuhörer überwältigt und holte das Beste aus sich heraus. Sogar eine Zugabe wurde der Band trotz des straffen Zeitplans gewährt.

Die folgende, etwas längere Pause war dann für Veranstalter und Publikum dringend nötig. Die einen sortierten ihre Klamotten und Frisuren wieder, diese hatten bei Oomph! etwas an Ordnung verloren, die anderen bauten die Bühnenrequisiten für UMBRA ET IMAGO auf. Es gibt sicher wenige, die Mozart und Co noch nie live erlebt haben. So wusste eigentlich jeder, was ihn erwartete: Sex statt Krieg, laszive Bewegungen und mehr oder weniger bekleidete Mädels. Vielleicht hatten sich einige bei den beiden vorangegangenen Bands zu sehr verausgabt oder waren nur derentwegen gekommen, jedenfalls schien die Begeisterung für UMBRA nicht ganz so stürmisch gewesen zu sein. Aber eigentlich kann man Oomph! und Umbra auch nicht direkt vergleichen, und so machte jede Band ihr Ding, und das auch ziemlich gut.

Als Headliner hatte sich VNV NATION angekündigt. Der irische Frontmann wurde tatkräftig von einem Mitglied von Hocico am Schlagzeug unterstützt, selbst, als der DVD-Player nicht ganz so wollte, wie er sollte. Doch diese unfreiwilligen Pausen überspielte der Sänger mit englischen Weihnachtsliedern und kleinen Reden über die Irrungen und Wirrungen von Religionen. Doch als der DVD-Player wieder einsatzfähig war, konnten die Fans VNV Nation in vollen Zügen genießen und den Abend in guter Stimmung ausklingen lassen.

Wer es an diesem Abend eher härter und industrieller wollte, der konnte sich auf der kleiner Bühne im Zoom an DIVE, SONAR und XPQ 21 erfreuen. Somit war auch für die ganz harten etwas geboten.

Abschließend kann man also sagen, dass das diesjährige DARK STORM ein voller Erfolg für beide Seiten gewesen ist und man gespannt sein kann, welche Bands im kommenden Jahr den Tag nach Heilig Abend schmücken werden. Und vielleicht, so hat der Veranstalter angedeutet, könnte es ja wieder mit einer Sondergenehmigung im Kraftwerk stattfinden.


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