M'era Luna Festival - Bericht 2008

  • Festivalbericht

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  • M'era Luna Festival - Bericht 2008

    Nunmehr zum 9. Mal fand das M'era Luna Festival vom 09. - 11. August 2008 unter diesem Namen auf dem Flugplatzgelände in Hildesheim statt. So machten sich auch in diesem Jahr wieder mehr als 20.000 schwarz(bunt)e Menschen aus der ganzen Welt auf den Weg dorthin, um zusammen mit insgesamt 40 Bands ein unvergleichliches Wochenende zu erleben. Von skurril bis elegant, mal ganz in schwarz, mal kombiniert mit schrillen Farben wie pink, neongelb, -grün oder -blau, der Fantasie der "Gruftis" sind keine Grenzen gesetzt und so diente für manch einen die Veranstaltung als idealer Ort, um sich wie auf dem Laufsteg zu präsentieren. Von jung bis alt waren alle Altersklassen vertreten, und so kam es dann auch schon vor, dass Kleinkinder auf dem Arm ihrer Eltern direkt vor den Boxentürmen im Takt zur Musik hin- und hergeschaukelt wurden - und das Ganze auch noch ohne Ohrenstöpsel.

    Wer nicht in einem Hoteleingecheckt hatte, machte sich daran, einen geeigneten Platz auf dem riesigen Zeltplatz zu ergattern. Gegen 14.30 Uhr - eineinhalb Stunden vor der offiziellen Eröffnung - war dieser bereits zu geschätzten 50% gefüllt, was darauf schließen lässt, dass die Eingänge schon eine geraume Zeit geöffnet waren. In diversen Foren ist daher schon zu lesen, dass einige Besucher für nächstes Jahr planen, noch ein paar Stunden eher dort zu sein... Mal sehen, ob es irgendwann so weit kommen wird, dass die ersten Leute bereits am Donnerstag ihr Zelt vor den Toren aufschlagen werden. Freitag ab 22.00 Uhr ging es dann für satte 4 Euro Eintritt auf der Hangarparty bereits heiß her und bis spät in die Nacht heizten sechs verschiedene DJs den Besuchern mächtig ein, die sich so auf die kommenden Festival-Tage einstimmten.

    Bei angenehmen Temperaturen und perfektem Wetter eröffneten Samstagvormittag pünktlich um 11.00 Uhr die Gothic-Metaler von "Delain" auf der Main Stage das M'era Luna, gefolgt von den Finnen "Reflexion" im Hangar. Sandra Schleret, Frontfrau von "Elis" hatte bei ihrem anschließenden Auftritt zunächst mit einigen technischen Problemen zu kämpfen und war so die ersten paar Songs ausschließlich als Panthominin zu betrachten, bis das Problem gelöst war und ihre Stimme letztendlich doch noch zur vollen Geltung kommen konnte. Nun standeinem gelungenen Auftritt nichts mehr im Wege. Anschließend waren "The Legendary Pink Dots" im Hangar und die Jungs von "Rabenschrey" auf der Hauptbühne an der Reihe, die es mit ihren Pagan-Folk Songs ganz gutgeschafft haben, ihr Publikum zu animieren, und sei es mit der Melodie von "es tanzt ein bi-ba-Butzemann" mit neuer Vertextung.

    Durchgeknallt ging es derweil mit den Death-Rockern von "Cinema Strange", die ihrem Namen alle Ehre machten, in der Flugzeughalle her, gefolgt von "Christian Death","Klimt 1918" und "Frank the Baptist". Währenddessen prophezeiten auf der Main Stage "Ordo Rosarius Equilibrio" mit apokalyptischen Songs den Weltuntergang und verbreiteten Depri-Stimmung. Der Sänger der Kult-Band "Red Lorry Yellow Lorry", Chris Reed, wirkte irgendwie etwas lustlos und so kam irgendwie auch keine richtig gute Laune auf. Nach dem nicht besonders aufregenden Auftritt von "Mesh" heizte endlich "Tanzwut" dem Publikum mit seiner Mittelalter-Elektro-Musik heftig ein. Der Name war Programm und die Menge tanzte, was das Zeug hielt. Während nun im Hangar mit "Epica" "Samael", "Moonspell" und als krönender Abschluss "Paradise Lost" besonders die Metal-Fraktion voll auf ihre Kosten kam, ging es mit dem inzwischen rechtschnulzigen, aber dennoch gelungenen Auftritt vom Grafen von "Unheilig" auf der Hauptbühne bedeutend ruhiger von statten.

    Danach für einige "ASP"-Fans wohl etwas ZU ruhig, denn der Gesang war so gut wie überhaupt nicht zu hören, so dass es bald zu "lauter, lauter!!!"-Rufen in Richtung Technik kam. Um 21.00 Uhr bestieg dann der eigentliche Headliner "VNV Nation" die Bühne. Ronan Harris, Mark Jackson und Gastkeyboarder Tom von [:SITD:] verstanden es absolut, ihr Publikum mit einer Mischung aus tanzbaren Rhythmen und ergreifenden Balladen mitzureißen und zu begeistern. So wurden bei Illusion kurzerhand Handys statt Feuerzeuge gezückt und im Takt hin und hergeschwungen. Höhepunkt des Auftritts war für viele die "Piano"-Version von "Further", bei der sicherlich das ein oder andere Auge nicht trocken geblieben ist. Gänsehaut pur! Um es mit Ron's Worten auszudrücken: "Wie geil ist das denn?!" Nach der Performance von Ron Harris und Co lichteten sich die Reihen vor der Bühne doch deutlich, bevor Front 242 diese dann betraten und einen wie gewohnt super Liveauftritt hinlegten und damit den Samstag abschlossen.

    Sonntag, Tag 2! Der Wettergott meint es wieder einmal nicht gut mit dem M'era Luna. Grauer Himmel, es war nur eine Frage der Zeit bis er seine Schleusen öffnete. Trotz desunangenehmen Wetters eröffneten die Mannen von Mono Inc. die Mainstage. Es folgten End of Green, The Other, Blitzkid, The Vision Bleak und Lacrimas Profundere. Ab Saltatio Mortis wurde das Wetter langsam besser und die dreiletzten Bands des Abends auf der Mainstage konnten vor einigermaßen trockenem Publikum spielen. Apoptygma Berzerk legten wieder einen netten Auftritt hin, wie er zu erwarten war. New Model Army können auf eine fast 30-Jährige Bandgeschichte zurückblicken und sie noch genauso gut wie früher. Und zu den Fields braucht man nicht viel schreiben, die einen mögen sie die anderen nicht, was man auch an der Publikumsmasse vor der Mainstage bemerken konnte. Auch am Sonntag war der Hangar wieder gnadenlos überfüllt, was nicht nur am Wetter lag, auch die Bands taten ihr Bestes dazu. So war der Sonntag im Hangar auf EBM/Electro ausgerichtet und Bands wie: Painbastard, Agonoize, Combichrist und Hocico gaben ihr Bestes. DAF schlossen dann den Sonntag mit einer grandiosen Liveperfomance im Hangar ab.

    Das ML war wieder perfekt organisiert und es gab keine Verzögerungen. Das Hangar Problem sollte man aber trotzdem nach 9 Jahren endlich mal in den Griff bekommen. An den Eingängen wurden auch Gepäck-Kontrollen durchgeführt, da das Mitbringen von Glasflaschen verboten war. Theoretisch eine gute Idee, in der Praxis jedoch schwierig umzusetzen. Besonders dann, wenn irgendwelche Besucher meinen, die Abkürzung durch den Zaun nehmen zu müssen und diesen offen stehen zu lassen. Als wir dann einen der Securitys darauf aufmerksam machten, bekamen wir eine etwas unfreundliche Antwort, es wäre schon lange Bescheid gegeben worden. Ca. eine halbe Stundespäter wurde der Durchgang zwar wieder geschlossen, jedoch nicht überwacht und so stand Augenblicke später wieder Tür und Tor für jedermann offen...

    Die sanitären Anlagen waren eigentlich wie immer im Groben und Ganzen okay. Wie jedes Jahr gab es neben Duschen und zahlreichen Dixi-Klos auch Container mit WCs, wo der Wasserdruck jedoch bald gegen 0 ging, und so beim Betätigen der Spülung meist nur ein kleines Rinnsal plätscherte. Der Veranstalter hat jedoch schon verkündet, bis zum nächsten Jahr das Problem in den Griff zu bekommen. Das Reinigungs-Personal hatte jedenfalls alle Hände voll zu tun, doch abgesehen davon, dass des Öfteren kein Toilettenpapier mehr zu finden war, haben sie ihren Job sehr gut gemacht. Insgesamt sind die vom Veranstalter benannten 250 Toiletten für 23.000 Besucher unseres Erachtens jedoch zu wenig! Außerdem wäre wünschenswert gewesen, dass die Dixis etwas häufiger gereinigt worden wären, da diese teilweise kurz vorm Überlaufen waren, was besonders beim weiblichen Geschlecht nicht gerade zu Begeisterungsstürmen geführt hat. Neben zahlreichen Fressständen, gab es dieses Jahr erstmalig einen großen Mittelaltermarkt mit Gauklern und Musikanten, auf dem es allerlei zu sehen und kaufen gab. In schön geschmückten mittelalterlichen Buden gab es von Speisen des Orients, über Knödel mit Truthahnsoße bis zum Met und Wikingerblut alles was das Herz begehrte. Wer wollte konnte seine Kraft beim Hau-den-Lukas bzw. die-Emma messen oder sich mit einer entspannenden Massage verwöhnen lassen.